Reiseberichte

The Panamericana 100 Project: "Race against ALS"

The Panamericana 100 Project: "Race against ALS"
27.000 Kilometer. 100 Tage. Ein Traum – und ein guter Zweck. Im Interview erzählt Rainer Behrendt, warum er gemeinsam mit einem Freund die legendäre Panamericana fährt, weshalb Zeitdruck Teil des Konzepts ist und welche Rolle Overlanding dabei spielt.
Was ist die Panamericana?
Die Panamericana (Pan-American Highway) ist ein weit verzweigtes Straßennetz, das Nord-, Mittel- und Südamerika miteinander verbindet. Overlander nutzen den Begriff heute als Synonym für die legendäre Reise von Patagonien bis nach Nordamerika. Sie ist keine einzelne Straße, sondern ein Netzwerk aus Haupt- und Nebenrouten, das extreme Landschaften, Kulturen und Klimazonen verbindet.

Vom Roadtrip-Traum zur 100-Tage-Challenge

Wie ist die Idee zur Panamericana entstanden?

Jan und ich kennen uns seit rund 15 Jahren, wir waren Arbeitskollegen und haben viele Roadtrips zusammen gemacht. Vor etwa zwei Jahren haben wir im Urlaub festgestellt, dass wir denselben Traum haben: einmal die Panamericana fahren. Da war schnell klar – wenn, dann zusammen.

Warum habt ihr euch für 100 Tage entschieden?

Viele fahren die Strecke in sechs bis zwölf Monaten. Wir wollten bewusst eine zusätzliche Herausforderung. Wenn wir in Ushuaia starten, läuft der Countdown – 100 Tage bis Alaska. Alles, was unterwegs passiert, muss in diesem Zeitfenster aufgefangen werden.

„Die 100 Tage haben absolute Priorität – genau das macht die Geschichte spannend.“

Abenteuer mit Verantwortung

Warum verbindet ihr die Reise mit einem sozialen Zweck?

Meine Schwiegermutter ist an ALS gestorben. Die Krankheit gilt bis heute als unheilbar. Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen und Spenden für die Forschung sammeln. Wenn man sich so eine Reise leisten kann, ist das ein Privileg – und wir wollten etwas zurückgeben.

Overlanding, Setup und Freiheit

Warum ein eigenes Fahrzeug und ein Dachzelt?

Zeit ist unser limitierender Faktor. Ein Fahrzeug vor Ort zu kaufen oder zu verkaufen hätte zu viel Aufwand bedeutet. Mit dem eigenen Setup kennen wir jedes Detail. Das Dachzelt gibt uns maximale Freiheit – wir entscheiden jeden Tag neu, wo wir schlafen. Auf Grund des sehr schnellen Aufbaus in unter 3 Minuten und der Robustheit haben wir uns für das Hartschalendachzelt Themis entschieden.

Wie plant ihr euren Alltag unterwegs?

Maximal ein bis zwei Tage im Voraus. Wetter, Straßensperren oder spontane Begegnungen lassen sich nicht langfristig planen. Gerade diese Flexibilität macht Overlanding für uns aus.

Nach der Reise – und dann?

Ihr habt beide eure Jobs gekündigt. Was kommt danach?

Ganz bewusst lassen wir das offen. Ich unterschreibe keinen neuen Vertrag, bevor ich losfahre. Die Reise wird etwas mit uns machen – und danach treffen wir Entscheidungen.

The Panamericana 100 Project – Fakten

  • Startpunkt: Ushuaia (Argentinien)
  • Ziel: Alaska
  • Distanz: ca. 27.000–30.000 km
  • Zeitraum: 100 Tage
  • Übernachtung: Dachzelt oder Hotel – je nach Situation
  • Purpose: Spenden & Awareness für ALS-Forschung
  • Instagram Account

 

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